Montag, 19. September 2011

Feuer

In der Trockenzeit ist es fast normal, dass es im Busch immer wieder zu Bränden kommt. Verursacht werden diese Brände z. T. durch Köhler, die in Metallfässern ihre Holzkohle herstellen. Weitere Gründe sind Unachtsamkeiten wie das Wegwerfen von Zigaretten. Brennt einmal der Busch oder Farmland, wird so etwas wie eine Nachbarschaftshilfe organisiert – d.h. aus der Umgebung kommen die Farmer meist mit einem Jeep, auf dessen Ladefläche kurzfristig ein Wassertank montiert wurde.





Die meisten Feuer lassen sich aber keineswegs einfach löschen, meist werden daher Gegenfeuer gelegt. Dazu wird unter eine Harke ein bisschen getrocknetes Grass zusammen geschoben. Dann wird dieses angezündet und eine Person rennt, die Harke hinter sich herziehend, die Linie ab, an der das Gegenfeuer gelegt werden soll. Auch wenn ein Feuer, wie die zuletzt gesehen, noch ca. 40 km entfernt ist, heißt es rechtzeitig zu reagieren, weil die Feuerwalze mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h schnell vor der Türe stehen kann. Wenn die Feuer gewütet haben, ist es meistens Tage noch diesig, weíl entsprechend große Mengen Asche und Rauch in der Luft sind.




Sonntag, 18. September 2011

Küche

Garnieren möglichst ohne zu Kleckern
Schon vor ein paar Wochen durfte ich an zwei Tagen ein kleines Praktikum in der Küche absolvieren. Dort wird es bis zum Abendessen zunehmend hektischer, bis dann die allgemeine Aufregung in sich zusammenfällt, wenn der Hauptgang "geschickt" worden ist. Nachdem die Pflicht erfüllt ist, folgt die Kür - der Nachtisch, der aber schon mittags vorbereitet werden will. Mein Aufgabenfeld beschränkte sich größtenteils auf die Zubereitung von Nachtisch. So durfte ich unter geduldiger Anleitung von Mirco, dem Chef de Cuisine, Bayrisch Creme und Mousse au Chocolat herstellen, wobei letztere mein persönlicher Favorit ist - und im Endeffekt gar nicht so schwer herzustellen.

Mousse au Chocolat
Man nehme Blockschokolade, schmelze diese, gleichzeitig wird Eigelb mit Zucker schaumig geschlagen, Sahne und die geschmolzene Schokolade nach und nach untergerührt und schließlich Eischnee untergehoben. Ich habe diese Schritte dann mit weißer Blockschokolade wiederholt.
Den Zucker lässt man wegen des höheren Zuckergehalts der weißen Schokolade weg. Die Mousse wird dann durch Hinzugabe von zuvor eingeweichter Gelatine stabilisiert (die Gelatine muss in die noch relativ warme Masse, damit sie sich auflöst) und in zwei Schichten in eine Form gegeben. Nach ein paar Stunden Kühlung kann man die erstarrte Mousse aus der Form holen. Die in Barrenform erstarrte Mousse kann man dann z.B. in Scheiben schneiden und entsprechend anrichten. 
Später habe ich dann unter den wachsamen Augen der Leute vom Service - zum Teil meine Schüler - das Essen angerichtet - kleiner Rollentausch, denn hier war eindeutig ich der Schüler. Zwei mal bin ich mit hoch und habe serviert, und war danach glücklich, dass mir Nichts auf den Gästen gelandet ist. Schließlich ist alles "geschickt", und es gibt das wohlverdiente Feierabendbier.
Feierabendbier mit Mirco

Montag, 5. September 2011

Panne

Zum Vorderrad: Das Lenkrad ist nicht etwa eingeschlagen.
Schon vor ein paar Wochen sollte ich eines der G-Klasse Modelle nach Otjiwarongo zum Händler überführen (ca. 87 km von der Lodge entfernt). Auf dem Weg zur Pat, noch auf dem Gelände, ist wegen der Straßenverhältnisse höchstens 30 erlaubt. Kurz vor dem Haupttor zur Lodge veränderte sich plötzlich das Fahrverhalten des Wagens, die Steuerung fühlte sich schwammig an bzw. sprach nicht mehr richtig an. Ich habe dann sofort gehalten, und mit einem Platten gerechnet. Was ich dann sah, hat mich dann doch überrascht: Der vordere rechte Reifen war nicht etwa platt, sondern hing verkanten, nur noch von eine Schraube gehalten, an der vorderen Aufhängung. Hierbei sei erwähnt: Das Rad wird im Normalfall von 5 (!) Schrauben gehalten, d.h. ich habe auf den 2 km Schrittgeschwindigkeit vier Bolzen verloren. Die haben wir dann später gesucht und auch gefunden. Nicht auszudenken, wenn ich auf der buckeligen Pat 70 km/h gefahren wäre.

Nachdem wir das Rad mittels Vorschlaghammer aus seiner verkanteten Position befreit und verschiedene Blechteile im Radkasten zurecht gebogen hatten, mussten wir noch Splitter, die von der Bremsscheibe aus der Innenseite der Felge rausgefräst worden waren und sich zwischen Bremsschreibe und -backen verkanntet hatten, entfernen. Erst dann konnten wir das Rad wieder montieren und ich mit vierstündiger Verspätung aufbrechen. Und ich war sehr froh, als die ich Karre in Otjiwarongo abgeben konnte.






Dienstag, 16. August 2011

Etosha Nationalpark Teil III: Safari

Im Etosha-Park leben neben den erwähnten Big Five Hyänen, Löffelhunde Warzenschweine sowie zwahlreiche Antilopenarten, darunter Elanantilopen, Gnus, Pferde-, Rappen- und Kuhantilopen, Kudus, Oryx (Gemsböcke), Giraffen und Zebras. Ein paar von diesen Tieren habe ich dann zu meiner Freude vor die Linse bekommen.
Eine Gruppe Schwarznasenimpalas
Schwarznasenimpala erkennt man am "Mc Donalds M" am Hintern.
Der Nationalpark ist geteilt in einen Teil, in dem jeder mit seinem Fahrzeug fahren darf und eine zweite Zone, in der nur geführte Touren durchgeführt werden. In der „offenen“ Zone stehen dem Besucher über 700 km (!) Piste zur Verfügung, den Park zu entdecken. Wir haben uns, da es sich um einen Tagesausflug handelte, natürlich nur einen kleinen Teil des Parks erschlossen.

Oryxantilopen
Eine Gruppe Springböcke
Das Besondere am Etosha sind seine offenen Flächen, die Tierbeobachtungen besonders begünstigen. Auf Nummer sicher geht man aber, wenn man sich an den Wasserlöchern orientiert. Hier hatte ich das Vergnügen, Strauß und Giraffe auf ein Bild zu bekommen.



Der Gang der Giraffe ist sehr elegangt, weil sie immer Vorder- und Hinterlauf einer Seite beinahe zeitgleich bewegt. Man spricht hier vom Passgang, der auch bei Kamelen oder Elefanten zu beobachten ist. Die Giraffe kann vor einem im Gebüsch stehen, und man nimmt sie erst im letzten Augenblick wahr - sie ist perfekt getarnt. Wenn man sie beim Futtern beobachtet, stellt man fest, dass sie ein lange, dünne Zunge besitzt, mit der sie die Blätter von den Bäumen zupft. Diese kann bis zu 50 cm lang werden. Spannend ist auch zu beobachten, was die Giraffe für Verrenkungen mit ihren Vorderläufen machen muss, um trinken zu können.





Am einfachstenn sind noch die Zebras zu beobachten. Die Tiere begegnen einem beinahe überall. Wenn die Tiere zwischen den dunklen Streifen noch sog. Schattenstreifen (sieht man besonders gut auf dem rechten Bild) aufweisen, handdelt es sich um Steppenzebras. Bei den Bergzebras fehlen diese Schattierungen, die zum Teil die weißen Streifen überlaggern, gänzlich.



Wie schon erwähnt, versammeln sich die verschiedene Tiere am Wasserloch, meistens zur Morgen- und Abendzeit. Diese friedliche Szene kann aber freilich schnell in einer Massenflucht enden, wenn sich ein Raubtier nähert. Der Guide hat mir allerdings erklärt, dass die Tiere wittern, ob z.B. ein Löwe schon gefressen hat oder nicht. Ist der satt gefressen, können beide Gruppen, die Raubtiere und ihre potentiellen Beutetiere, unter Einhaltung eines gewissen Sicherheitsabstandes gemeinsam am Wasserloch trinken. Neben den vorgestellten Tieren erkennt man auf der linken Seite noch ein Warzenschwein. Diese Tiere sind halbblind und nicht besonders schlau - wenn ich auf dem Farmgelände der Lodge joggen gehe und der Wind günstig steht, komme ich des öfteren sehr nah an die Schweine ran.

Dienstag, 9. August 2011

Etosha Nationalpark Teil II: Fort Namutoni

Das erste Ziel, wenn man in den Etosha fährt, ist das ehemals deutsche Fort Namutoni. Hier sitzt ein Teil der Verwaltung des Nationalparks, wobei die Verwaltung ein wichtiger Anlaufpunkt für die Guides ist, denn hier erfährt man, in welchem Gebiet des Etoshaa zuletzt z.B. Elefanten und Löwen gesichtet worden sind. Die Guides notieren ihrerseits letzte Tiersichtungen. Mit diesen Hinweisen ausgerüstet erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, die "Big Five" zu entdecken. Zu den "Big Five" gehören Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard. "Big Five" werden sie genannt, weil diese fünf am seltensten anzutreffen bzw. am schwierigsten aufzuspüren sind.

Namutoni wurde nach dem Auftsnad der Hereo von 1904 beinahe komplett geräumt, weil die Truppen bei der Niederschlagung eingesetzt werden sollten (zu dem Aufstand der Herero in Kürze mehr). Im Fort verblieben vier Soldaten und drei Farmer. Allerdings beteiligte sich der in der Nähe liegende Stamm der Ondonga an dem Aufstand. Am 28. Januar 1904 wurden die verblieben Männer zu ihrer völligen Überraschung von 500  Kriegern der Ondonga angegriffen. 

Nur durch das Fort geschützt und Dank modernerer (Schuss-) Bewaffnung gelang es den Männern, den Stützpunkt zunächst zu halten, indem sie von Turm zu Turm liefen, feuerten und immer dorthin liefen, wo der Angriff am stärksten war. Bei Anbruch der Nacht war der Angriff niedergeschlagen, weil die Ondonga erhebliche Verluste hatten hinnehmen müssen. Den „Stallhaltern“ von Namutoni aber war die letztendliche Ausweglosigkeit ihrer Situation bewusst, sie setzten sich im Schutze der Dunkelheit von dem Fort ab. Ihnen gelang zu Pferd die Flucht in das 100 km entfernte Tsumeb.  Nach der brutalen Niederschlagung des Herero-Aufstandes durch die Deutschen wurde das Fort von 1905 bis 1907 wieder aufgebaut und während des 1. Weltkrieges als Gefangenlanger für britische Soldaten genutzt. Erst in den fünfziger Jahren wurde es als Basis der Parkverwaltung genutzt.
Man merkt, dass Etosha nördlicher als die Lodge liegt, denn man fängt an zu schwitzen. Hier ist es meistens ein wenig wärmer und feuchter, und würde nicht ein leichtes Lüftchen wehen, wäre es nicht mehr so gut auszuhalten. Darum bin ich ganz froh, hier noch mal Wasser fassen zu können, bis es dann in den Park zu den Tieren geht (ja, ich will hier auch mal lebende Tiere zeigen). Mehr davon im dritten Teil zum Etosha Nationalpark.





Sonntag, 7. August 2011

Etosha Nationalpark Teil I

Am Samstag gab es das vorläufige Highlight meines Namibia-Aufenthaltes – der Besuch  des Nationalparks Etosha. Ich werde den Bericht auf Grund der Materialfülle in mehreren Teilen online stellen. Heute möchte ich mit Grunsätzlichem über Etoha und den ehemaligen deutschen Stützpunkt, Fort Namutoni, beginnen.

Von unserer Lodge ging es dreieinhalb Stunden in den Norden Namibias Richtung Tsumeb, wo sich der  Nationalpark über 22.275 Quadratkilometer erstreckt. Ausgangsort unserer Safari war die Festung Namutoni (dazu später mehr). Bereits 1907 wurde das Gebiet des Etosha von damaligen  Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, Friedrich von Lindequist, zum Nationalpark erklärt. Der Name „Etosha“ stammt aus dem Oshivambo (O. gehört zur Gruppe der Bantusprachen, die mit etwa 1,1 Mio. Sprechern die sprecherreichste Sprache in Namibia ist) und bedeutet so viel wie „großer weißer Platz“. Der Name referiert auf die Salzkruste der Pfanne, die die Sonne wie ein natürlicher Spiegel reflektiert und mitunter Fatah Morganas erzeugt. Man kann die Pfanne auch gut auf der Satellitenaufnahme erkennen. Die 5.000 Quadratkilometer große Etosha-Pfanne, die vor 2 Millionen Jahren durch Senkungen entstanden ist, wird vom Nationalpark umschlossen (grüne Linien).

Die Pfanne war bei unserem Besuch auf Grund der sehr guten Regenzeit noch ordentlich mit Wasser gefüllt. Fährt man nah genug an das so entstandenen „Binnenmeer“, riecht man das brackige Wasser (Mischung aus Salz- und Süßwasser), ein penetranter Geruch nach Salz erfüllt die Luft. Im Etosha finden sich verschiedene Vegetatiosnformen. Neben der erwähnten Salzwüste der Pfanne findet man im Park Grasfelder, Strauch- und Dornbuschsavanne, Baumsavanne Trockenwald und Inselberge.







Sonntag, 31. Juli 2011

Auf nach Otavi


Am Freitag bin ich nach Otavi geschickt worden, um unsere leeren Gasflaschen gegen volle, neue, einzutauschen. Hierbei sei erwähnt, dass es zurzeit eine gewisse Gasknappheit in Namibia gibt. Das hängt mit der Situation in Südafrika zusammen, aus dem das Gas kommt.

Wenn es dort zu Streik kommt, fehlen die entsprechenden Waren schon mal. Südafrika ist auch nach Namibias Unabhängigkeit von 1991 wichtigster Wirtschaftspartner geblieben. Gas holen hin oder her, eine gelungene Abwechslung zum Unterrichten ist das allemal.Wenn man dann mit seinem Pickup in dem 5000 Seelen-Nest ankommt, ist der Vergleich zu Farmern im mittleren Westen der USA nicht mehr allzu weit hergeholt - an der Kasse stehen dann die Farmer in Arbeitsmontur vor dir und versorgen sich mit dem Nötigsten, bis sie wieder zu ihren Farmen aufbrechen.

Außer einer Art Baumarkt (Gas), einer Tankstelle und einem Spar-Markt gibt es dann auch nicht viel zu sehen und so mache ich mich wieder auf den Rückweg, schaue aber noch kurz auf der Nachbarsfarm der Lodge vorbei, um frische Eier und Karotten zu fassen (dort haben wir auch das Bullenfleisch geholt).

On the road (again): Auf der rechten Seite erkennt man eine dunkle Fläche. Solche verbrannten Stellen begegen einem häufig am Straßenrand.